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Nigerianische Betrüger nutzen das Internet
Die seit 12 Jahren bekannten nigerianischen Angebotsschreiben werden heutzutage per e-Mail versandt. Tausendfach erhalten deutsche Firmen,
Behörden und Privatpersonen e-Mails mit der Aufforderung, bei dem Transfer von Millionenbeträgen ins Ausland behilflich zu sein. Als Belohnung für die Mithilfe werden bis zu 30 % der Summe (in der Regel
zwischen 20 und 45 Millionen US-Dollar) in Aussicht gestellt.
Neben Nigeria sind in den letzten Jahren weitere
afrikanische Staaten wie Togo, Ghana, Sierra Leone, Elfenbeinküste und Südafrika als Absendender bekannt geworden. Die angebliche Herkunft der Gelder reicht von unterschlagenem Firmenvermögen über unverhofft aufgetauchte Familienschätze bis hin zu angeblichen Erbschaften nach plötzlichen Todesfällen. Tatsächliche politische und gesellschaftliche Veränderungen sowie Naturkatastrophen und Flugzeugabstürze werden geschickt in die Legenden eingeflochten.
Bekundet jemand sein
Interesse an dem angebotenen Geschäft, erhält er per Telefax zahlreiche offiziell aussehende Schreiben der Central Bank of Nigeria CBN, der Nigerian National Petroleum Corporation NNPC, oder sonstigen, meist fiktiven Behörden, in denen er als Empfänger der Millionensumme eingetragen ist.
Die angebliche Freigabe der Gelder wird anschließend durch unterschiedliche Phantasiebehörden wie The Presidency - Debt Reconciliation Committee, The Foreign Payment Office, Debt
Management Department, Office of the Accountant General, Federal Inland Revenue Service, Central Bank of Nigeria - Department of Foreign Operation, Fund Release Authority, International Fund Remittance u.ä. bestätigt.
Vor der Auszahlung werden jedoch in allen Fällen Provisions-, Verwaltungs- oder Versicherungsgebühren fällig, die von dem deutschen
Geschäftspartner
gefordert werden. Hat dieser dann Zahlungen geleistet, verzögert sich die Auszahlung des Millionenbetrages immer wieder wegen unterschiedlichster Schwierigkeiten , die nur durch Zahlung weiterer Beträge beseitigt werden können.
Nicht selten werden zur Übergabe des Geldes persönliche Treffen im
europäischen Ausland (bevorzugt London und Amsterdam) arrangiert. Seriös gekleidete Herren präsentieren dann einen Koffer mit schwarz eingefärbten Dollarnoten, die nur mit einer teuren Chemikalie wieder entfÃärbt werden können. Keine Frage, dass man angesichts des greifbar nahen Millionenbetrages leicht bereit ist, auch diese Kosten zu übernehmen.
In keinem bisher bekannten Fall kam es tatsächlich zu einer Übergabe oder Überweisung der Millionen. Alle vorab gezahlten Beträge sind verloren.
Für den Umgang mit derartigen Angeboten gilt deshalb:
Nie antworten! Wegwerfen!
Sollten Sie bereits auf Grund eines solchen Geschäftes
Zahlungen geleistet haben und sich betrügerisch geschädigt fühlen, erstatten Sie Strafanzeige bei dem Betrugskommissariat Ihrer örtlichen Polizeidienststelle..
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